Bildkomprimierung: Tools im Vergleich

Seitenbetreiber*innen wollen, dass ihre Website schnell lädt und in den Suchmaschinen prominent platziert wird. Eine Voraussetzung dafür ist die Komprimierung genutzter Bildern und Grafiken. Denn je kleiner diese sind, desto kürzer ist der Ladevorgang bei jedem Website-Besuch. Diese Eigenschaft wirkt sich positiv auf das Verhalten der Seitenbesucher*innen aus. Außerdem verbessern schnelle Ladeprozesse die sogenannten Web Vitals und damit das Ranking bei Suchmaschinen wie Google.

Komprimierte Bilddateien haben eine weiteren, sehr schönen Nebeneffekt: Jeder Seitenbesuch verursacht weniger Stromverbrauch, da weniger Daten zu den Seitenbesucher*innen transportiert werden müssen. Dadurch reduziert sich die CO2-Emission, die durch die Stromproduktion entsteht. Bildkomprimierung ist daher eine Verpflichtung für Unternehmen, die nachhaltigen Digitalisierung verfolgen.

BRANDLAUF Test: Kostenlose Komprimierungs-Tools

Bei der Bildkomprimierung geht es aber nicht allein darum, eine Datei so klein wie möglich zu bekommen. Denn je mehr eine Bild- oder Grafikdatei reduziert wird, desto stärker wirkt sich das auf die sichtbare Qualität aus. Es entstehen verpixelte Bildbereiche, die Bildern die Schärfe nehmen. Dadurch wirken sie unsauber, fast etwas schmutzig, und das sollte vermieden werden. Daher geht es in erster Linie um die wesentliche Arbeit von Komprimierungs-Tools: Sie entfernen unnötige Informationen, die unsichtbar in der Datei hinterlegt sind. Doch welche Tools sind dabei hilfreich und welche Ergebnisse erzielen sie?

Für den Test wurden drei unterschiedliche Bilddateien verwendet:

  • JPG1 – Das Titelbild dieses Beitrages: Ein JPG-Format von 820×548 Pixeln, das im Original genau 500 kB groß ist
  • JPG2 – Das BRANDLAUF Klartext-Image: JPG von 820×547 Pixel, im Original 170 kB groß
  • PNG – Das Titelbild zum Beitrag „Was bewertet Largest Contentful Paint (LCP)?“: PNG-Grafik (820×520 Pixel) mit einer Originalgröße von 31,5 kB

Die Tools im Test

JPG1JPG2PNG
Original-Image500 kB170 kB31,5 kB
ImageOptim120 kB33,4 kB18,7 kB
RIOT153 kB42,1 kB14,7 kB
ShortPixel112 kB28,3 kB10,7 kB
TinyPNG139 kB34,8 kB14,7 kB

Erfahrungen im Test

Alle Tools erfüllen in der kostenlos angebotenen Variante absolut ihren Zweck. Sie bieten allerdings auch eine kostenpflichtige Pro-Version an. Durch diese werden die Anzahl monatlicher Bildkomprimierungen erhöht oder zusätzliche Einstellungen möglich. Wer also viele Bilder ins Netz stellt, ob über eine Website oder Social Media, sollte sich diese Angebote noch einmal genau anschauen. Zuvor sucht BRANDLAUF aber das „Haar in der Suppe“:

ImageOptim komprimiert die beiden gängigen Bild-Formate JPG und PNG direkt über eine Website. Bereits mit „Medium Quality“ bei „Auto Color Quality“ wurden die drei Test-Images schnell um bis zu 80% reduziert. Dennoch ist eine stärkere Komprimierung möglich, kostet jedoch Bildqualität. Beim PNG erhält ImageOptim hingegen die Farben und Schärfe. Die JPG-Bilder bekommen leider einige gut sichtbaren Pixel. Dennoch bleibt der Kontrast erhalten.

Beim Radical Image Optimization Tool (RIOT) war der BRANDLAUF-Test nicht ganz fair. Das Tool ist als Desktop-Programm zu installieren und bietet dort eine interessante JPG-Option. So lässt RIOT Nutzer*innen selbst über die zu erhaltende Bildqualität entscheiden. Bei 85% Bildqualität ist das Ergebnis zwar eine größere Datei, allerdings gibt es auch weniger verpixelte Bereiche.
RIOT komprimiert neben PNG und JPG auch GIF-Dateien. Das Tool bekommt man leider nur über eine unseriös anmutende Website. Den Download-Link muss man daher eine Weile suchen. Nachdem das geglückt und das Programm installiert ist, erschließen sich leider auch einige Einstellungen nicht sofort. Aber es funktioniert – wenn es auch definitiv nichts für Ungeduldige ist.

Auch ShortPixel nimmt sich JPG-, PNG- und GIF-Formate vor. Das Tool biete sich und leider nur drei Komprimierungsoptionen online an. Mit der stärksten Reduktion „Lossy“ erzielt ShortPixel zwar die kleinsten Dateigrößen im Test, hinterlässt aber auch die sichtbarsten Pixel bei den JPG-Bildern. Beim PNG-Image muss man zwar genau hinschauen, aber auch hier ist der Qualitätverlust im Vergleich zum Original am größten. Das Titelbild von diesem Beitrag (also JPG1), wurde mit ShortPixel komprimiert.

TinyPNG machte es Nutzer*innen ganz einfach: JPG- oder PNG-Datei in ein Drop-Fenster auf der Website ziehen und schon wird komprimiert. Einstellungsoptionen gibt es hier keine. Dafür aber den Hinweis, bei unseren drei Testbildern 73% an Daten gespart zu haben. Beim PNG-Image ist der Unterschied zum Original kaum zu erkennen. Denn Farbtiefe und Kontrast werden fast zu vollständig erhalten. Ganz anders bei den Bildern im JPG-Format. Diese bekommen sichtbare Pixel und verlieren viel Schärfe.

BRANDLAUF Fazit

Alle Bilder auf brandlauf.com sind entweder mit ImageOptim, ShortPixel oder TinyPNG komprimiert:

  • Für JPG-Images, bei denen die Schärfe erhalten werden soll, ist ImageOptim am besten
  • Große JPG-Bilder, auf denen sichtbar viel los ist (wie JPG1), komprimiert ShortPixel effektiv
  • PNG-Formate lassen sich fast ganz ohne sichtbare Verluste mit TinyPNG verkleinern

Du nutzt ein anderes Tools, das ähnliche oder bessere Ergebnisse erzielt? Dann schick Deinen Hinweis an info@brandlauf.com.