Was ist Nachhaltigkeit?

Der Begriff Nachhaltigkeit wird in unserer Gesellschaft oft mit Bio, Öko und Klimaschutz gleichgesetzt. Dabei ist Nachhaltigkeit so viel mehr und geht daher auch jeden etwas an.

Bereits 1987 wurde im Brundtland-Bericht Nachhaltigkeit bzw. Sustainable Development sehr klar formuliert:

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

In den folgenden Jahren schärften verschiedene Institutionen an dieser Definition. Ein besseres Verständnis für die Dimensionen der Nachhaltigkeit entstand, das sich heute im Drei-Säulen-Modell wiederfindet. Dieses Modell bezieht Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichberechtigt in die nachhaltige Entwicklung mit ein und setzt diese in Beziehung zu einander.

Ökologie

Die ökologische Dimension im Drei-Säulen-Modell steht für den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Nicht-erneuerbare Ressourcen sollen durch Alternativen ersetzt werden. Regenerative Rohstoffe dürfen nur in dem Umfang genutzt werden, wie sie sich erholen können. Die ausschließliche Nutzung erneuerbarer Energieträger, um die Umwelt für die nächsten Generationen zu erhalten, ist das wesentliche Ziel.

Ökonomie

Wenn es um erfolgreiches Wirtschaften geht, folgen Unternehmen längst nicht mehr nur dem Prinzip „Nachfrage und Angebot“. Die Globalisierung und Digitalisierung ermöglicht es, Produkte und Dienstleistungen preiswert anzubieten. In vielen Fällen entsteht erst daraus ein Interesse bei Verbraucher*innen. Doch diese Form der Ökonomie wirkt schwer auf die beiden anderen Dimensionen ein. Daher fordert die nachhaltige Entwicklung von Unternehmer*innen ein, individuelle Interessen und das Gemeinwohl in Einklang zu bringen. Marktpreise müssen die Knappheit von Ressourcen wiederspiegeln (Siegris, 2021).

Es gibt bereits viele Beispiele, wie sich nachhaltiges Marketing zum Wettbewerbsvorteil entwickelte. Ungeachtet der Branche sollten Unternehmen und Marken diesen Weg in Angriff nehmen.

Soziales

Die soziale Dimension der nachhaltigen Entwicklung hinterfragt, welche ökonomischen und ökologischen Einwirkungen eine Gemeinschaft aushält. Jeder Mensch sollte sein Umfeld möglichst ohne Beeinträchtigung erleben. Gesundheit, Freiheit oder Arbeitsbedingungen sind nur drei Stichworte. Doch mindestens diese gilt es zu fördern und zu schützen – nicht nur politisch sondern auf allen Ebenen.

Eine lebensfähige, lebenswerte und gerechte Welt

Dort wo zwei von drei Dimensionen aufeinander treffen und jeweils die Bedürfnisse der anderen berücksichtigen, entstehen erstrebenswerte Welten. Sind Ökonomie und Ökologie im Einklang, erhalten wir lebensfähige Räume. Wirken soziale und ökologische Aspekte zusammen, entsteht eine lebenswerte Welt. Und Gerechtigkeit entsteht immer dann, wenn Ökonomie soziale Ansprüche im Blick behält sowie die Gemeinschaft Bedürfnisse der Wirtschaft respektiert.

Erst wenn Ökologie, Ökonomie und Soziales aufeinander treffen und die Bedürfnisse, Ansprüche sowie Eigenschaften der anderen Dimensionen anerkennen, ist eine nachhaltige Entwicklung möglich. Und was hier wie eine bloße Theorie klingt, ist längst gelebter Alltag. Denn viele Unternehmen, Marken, Organisation und natürlich auch Menschen, leben diese Vorstellung und sind damit erfolgreich.

Hintergrund zu diesem Beitrag:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) | Nachhaltige Entwicklung als Handlungsauftrag

Buchtipp:
Seigis, Christian (2021) | Marketing meets Sustainability

Grafik: BRANDLAUF