CO2 durch E-Mails? Wie kommt das?

Heute ist die E-Mail das wichtigste Kommunikationsmittel. Wichtigste Dokumente sowie Newsletter oder Termine erreichen Menschen nun auf diesem Weg. Doch was den wenigsten Menschen bewusst ist: Dieser Luxus ist eine echte Emissionsschleuder. Doch wie kommt das?

Wie funktioniert der E-Mail-Versand?

Wenn eine E-Mail verschickt wird, durchlaufen sie sowie ihre Inhalte und Anhänge stets das gleiche Schema: Die/der Sender*in überträgt die E-Mail an den Server der eigenen Absenderadresse. Dieser Ausgangsserver speichert die E-Mail und sucht dann den Weg zur Empfängeradresse. Ist der Eingangsserver der Empfängerin bzw. des Empfängers gefunden, erfolgt die Übertragung der E-Mail. Auch der Eingangsserver speichert nun Inhalte und Anhang der E-Mail. Anschließend erhält die/der Empfänger*in die Information, dass eine E-Mail eingegangen ist.

Laut aktuellen Schätzungen verursacht der Versand einer E-Mail an eine/n Empfänger*in mindestens 1 Gramm (g) CO2. Pro angehängtem Megabyte (Bilder, PDF etc.) kommt 1-2 g CO2-Emission hinzu. Täglich werden weltweit aber über 300 Milliarden E-Mails verschickt. Das entspricht mindestens 300.000 Tonnen CO2 – eher aber dem Zehnfachen.

Je größer die E-Mail desto mehr CO2

Stromverbrauch verursacht CO2-Emission. Und wie der Name schon sagt, kommt die Electronic Mail (Elektronische Post) nicht ohne aus. Doch nicht nur durch der Betrieb der Endgeräte, mit denen E-Mails erstellt und gelesen werden, verbraucht Strom. Der oben beschriebene Weg ist das Problem. Nicht nur bei der Übertragung der E-Mail werden verschiedene Komponenten einbezogen, die Elektrizität benötigen. Das Speichern von Daten auf den Servern verbraucht ununterbrochen Strom. Ähnlich einem Rucksack, den ich nie absetze: Das Tragen auf dem Rücken wird immer schwerer und verlangt von mir mehr Kraft, je voller ich den Rucksack packe. Je größer der Anhang einer E-Mail ist, desto mehr Strom wird für die Übertragung und das Speichern benötigt.

Je mehr Empfänger desto mehr CO2

Häufig gehen E-Mails nicht nur an eine Person sondern gleich an mehrere. Dabei potenziert sich natürlich der Energieverbrauch. Denn mehreren Eingangsservern speichern und übertragen die gleiche Nachricht und Anhänge – CC oder BCC machen hier keinen Unterschied.

Auch die interne Kommunikation ist kaum ökologischer als der externe Versand. Zwar erreichen die E-Mails Kolleg*innen mit gleicher Serveradresse (z.B. brandlauf.com), dennoch werden alle Daten zur Nachricht einzeln zur jeweiligen Empfängeradresse abgelegt.

CO2 bei E-Mails reduzieren

Wer die CO2-Emission seine E-Mails reduzieren will, muss nicht sofort Anbieter bzw. Hoster wechseln. Als Fazit aus diesem Beitrag sorgen bereits fünf einfache Handlungsempfehlungen für eine Veränderung:

  • Verschicke nur E-Mails, die notwendig bzw. für andere von Bedeutung sind
  • Verzichte auf große Dateien im Anhang deiner Mails und komprimiere Grafiken oder Dokumente vor dem Versand
  • Überlege, wer deine E-Mail bekommen muss und lass unnötige Empfänger*innen – nicht nur im CC und BCC – weg
  • Befreie die Ordner der gesendeten und Empfangenen E-Mails regelmäßig von allen nicht mehr benötigten E-Mails. Leere anschließend unbedingt den Papierkorb deines E-Mail-Postfachs. Erst dann verschwinden die Daten auch vom Server!

Hintergrund zu diesem Beitrag:
Elektronik Kompendium | E-Mail

Grafik: BRANDLAUF