RESPONSIBLE CONSUMPTION: Deutschland weit entfernt vom Ziel

Natürlich gehören bewusster Konsum und verantwortungsvolle Produktion zu wichtigen Zielen der UN. Im Sustainable Development Goal 12 fordern die Vereinten Nationen eine nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen. Die modernen Industrieländer sollen dabei die Mentoren der Entwicklungsländer werden. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Voraussetzungen geht es darum:

  • nationale Aktionspläne für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion zur politischen Verpflichtung jedes Landes werden
  • Lebensmittelabfälle pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene verringern
  • Lebensmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferketten, einschließlich bei und nach der Ernte, verringern
  • ein Management von Chemikalien und Abfällen eingeführt werden, das die Qualität von Luft, Wasser sowie Boden und damit die menschliche Gesundheit und Umwelt schützt
  • die Anzahl der Unternehmen, die Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen, erhöhen
  • relevanten Informationen bereitgestellen, um allen Menschen das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung und einen Lebensstil im Einklang mit der Natur näher zu bringen
  • wissenschaftliche und technologische Kapazitäten für nachhaltigere Konsum- und Produktionsmuster verfügbar machen
  • nachhaltige Tourismusstrategien international verfolgen
  • Subventionen für fossile Brennstoffe sowie Steuervorteile als Ersatzleistung für nicht nachhaltige Subventionen abgeschaffen

Konsum und Produktion in Deutschland nachhaltiger gestalten

In Deutschland bekommt man den Eindruck, dass Nachhaltigkeit in Handel und Herstellung angekommen ist. Doch nur weil die Menschen hierzulande vermehrt auf Bio-Labels setzen, ist das SDG 12 nicht erfüllt. Unser Konsum verursacht enorme Mengen an Abfall – Tendenz weiterhin steigend. Außerdem landeten in Deutschland 2019 etwa 12 Millionen Tonnen (t) Lebensmittel im Müll. Nachhaltig ist das nicht wirklich.

Daher sollten Unternehmer*innen in ihren Betrieben das 12. Nachhaltigkeitsziel zum Thema machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig:

  • Verpackungsfreier Lebensmitteleinkauf für die Büroküche
  • Plastikflaschen sowie Einwegbehälter aus dem Büro verbannen
  • Gemeinsames Kochen in Mittagspausen anregen – ein Einkauf für viele Mitarbeiter*innen
  • Beim Einkauf auf regionale Produzenten setzen – hier entsteht weniger Abfall und CO2-Emission aufgrund der kurzen Lieferkette
  • Austausch zum Thema mit Mitarbeiter*innen, um weitere Ideen und Möglichkeiten zu finden und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu fördern

Im Durchschnitt verursacht jede/r Deutsche/r rund 72 Kilogramm Verpackungsmüll und über 450 t Haushaltsabfälle pro Jahr. Das sind etwa 200 Gramm Verpackungen und knapp 1,25 Kilogramm Hausabfälle am Tag. Wer sich also täglich unterhalb dieser Durchschnittswerte bewegt, leistet einen ersten Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Hintergrund zu diesem Beitrag:
United Nations | Ensure sustainable consumption and production patterns
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) | Lebensmittelabfälle in Deutschland
Statistisches Bundesamt | Abfallwirtschaft

Grafik: https://sdgs.un.org