Instagram: Keine Nachrichten von Fremden an Jugendliche

Instagram führt neue Richtlinien ein, die die Interaktion zwischen Teenagern und Erwachsenen einschränken. Die Facebook-Tochter soll damit sicherer für junge Nutzer*innen werden.

Wer auf Instagram ein Konto anlegt, kann entscheiden, ob dieses für alle sichtbar ist oder nur von den eigenen Followern gesehen werden kann. Da das Netzwerk User ab 13 Jahren zulässt, ist diese Option gerade für Minderjährige wichtig. Denn öffentlich sichtbar können sie auch von Erwachsenen angeschrieben werden. Häufig kommt es auf diesem Wege auch zu sexueller Belästigung und Nötigung. Dem will Instagram nun Schranken setzen.

Bei Neuanmeldungen werden Jugendliche zukünftig aufgefordert, ihr Profil privat zu halten. Wenn Nachrichten von fremden Erwachsenen eingehen, bekommen Profile Minderjähriger einen Hinweis – auch dazu, ihr Profil privat zu halten. Instagram will zudem registrieren, wenn Volljähriger im Netzwerk zu viele Freundschafts- oder Nachrichtenanfragen an Personen unter 18 Jahren verschicken.

Die vielen Fragen zum Warum

Facebook und Instagram müssen sich wieder einmal die Frage gefallen lassen: „Wie macht ihr das?“ Leider bleiben die Social-Media-Riesen auch diesmal die Antwort schuldig. Wie immer regeln diese Aufgaben Algorithmen, die Schlüsse aus dem Verhalten der Nutzer*innen ziehen. Allerdings funktioniert Machine Learning nur mit sehr großen Datenmengen, vielen Probanden und wiederkehrenden, vergleichbaren Situationen. Somit muss Instagram das Verhalten aller User im Blick haben, um daraus Schlüsse ziehen zu können.

Anstatt für Minderjährige Hinweise und leicht überwindbare Schranken einzubauen, könnte das Netzwerk die Option der öffentlichen Profile bei Minderjährigen auch einfach deaktivieren. So bekämen fremde Erwachsene gar keine Möglichkeit, Nachrichten oder Bilder an Teenager zu verschicken. So blieben auch neue Richtlinien aus, in denen alle Nutzer*innen dieser zusätzlichen Dokumentation zustimmen müssen.

Das neue Feature wird ab sofort in verschiedenen Regionen eingeführt und soll bald weltweit verfügbar sein.

Hintergrund zu diesem Beitrag:
Instagram | Continuing to Make Instagram Safer for the Youngest Members of Our Community