Google schließt nicht-binäre Personen von Anzeigen aus

Unternehmen, die Anzeigen über Google schalten, können Menschen mit „unbekanntem Geschlecht“ bewusst ausschließen. Wer offiziell also weder männlich noch weiblich ist, sieht beispielsweise bestimmte Stellenanzeigen nicht. Google verspricht ein Update, doch erneut tauchen diskriminierende Anzeigen auf.

Keine Diskriminierung von Geschlechtern

Dabei verbieten die Richtlinien von Google Anzeigen, die auf männliche oder weibliche Personen abzielen oder diese von Jobs, Wohnungen oder Finanzprodukten ausschließen. Der US-Konzern hat diese Regeln eingeführt, nachdem es im Vorjahr bereits Diskussionen um die Praktiken von Google aber auch die von Facebook gab. Nun entdeckte The Markup zwei aktuelle Stellenanzeigen auf YouTube, die gegen diese Regeln und somit gegen Antidiskriminierungsgesetze verstoßen. In beiden Fällen holte Ad Observer der New York University Angaben zur Anzeigenausrichtung ein. Ermittelt wurde dabei, dass der Arbeitgeber die Ausschreibungen nach Geschlecht ausgerichtet und das „unbekannte Geschlecht“ ausgeschlossen hatte. Anschließende Recherchen ergaben, dass etwa 100 weitere Werbetreibende auch bei anderen Anzeigen-Typen so agieren.

Google kündigte eine sofortige Untersuchung und Anpassung seiner Tools an. Das klingt nach viel Einsicht und einer richtigen Reaktion. Allerdings gab es dieselbe Diskussion schon im Juni 2020. Aus dieser hätte der Suchriese sicherlich mehr mitnehmen können, als auf Hinweise von außen zu warten.

Diskriminierung gehört nicht in die Welt – und schon gar nicht ins Marketing

Nicht nur beim nachhaltigen Marketing ist das gezielte Ausschließen von Menschen aufgrund ihres Geschlechtes, Herkunft oder Hautfarbe, Alter, Bildung, Behinderung sowie sozialer oder ökologischer Eigenschaften auszuschließen. Unsere Gesellschaft hat dies längst in allen Lebens- und Geschäftsbereichen eingefordert. Unternehmer*innen sollten daher stets darauf achten, dass der Eindruck diskriminierenden Verhaltens in Verbindung mit ihrer Marke weder nach außen noch intern entsteht.

Hintergrund zu diesem Beitrag:
The Markup | Google Has Been Allowing Advertisers to Exclude Nonbinary People from Seeing Job Ads
Search Engine Land | Google to prohibit demographic, zip code targeting for housing, employment, credit ads